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Deutsch-Äthiopische
Jugendbegegnung und Begegnung mit Kindern der Dil Betigil-Schule
vom 17.-25.10. 2008 in Addis Abeba
TeilnehmerInnen:
Sara Richter, Anne Eidson, Luise Schächer, Theresa Heinrich, Lysann Wija, Anja Hofmann,
Sarah Rothe, Julian Dorn, Johanna Schmidt, Klara Koraus und der Leiter der Gruppe Solomon Wija
Mit diesem Projekt, welches ich gemeinsam mit Ute Eidson angeregt hatte, wurde der direkte Austausch von Jugendlichen aus Addis Abeba und Leipzig ermöglicht. Unterstützt wurde die Aktion finanziell von dem Jugendamt Leipzig, Frau Karin Hempel, der Stadt Leipzig, Referat Europäische und internationale Zusammenarbeit, Kinder- und Jugendplan des Bundes (Sonderprogramm), dem WERK II Kulturfabrik Leipzig e.V., dem Förderverein Stötteritzer Spielkiste e.V. sowie vielen Leute, die uns mit Rat und Tat unterstützt haben, besonders Andereas Weißgerber und in Addis Abeba Hiwot Ethiopia (NGO), einer nicht-staatlichen Jugendorganisation.
Gestartet in Leipzig war die erste Zwischenstation in Frankfurt/Main.
Ankunft, völlig übermüdet und verspätet in Addis Abeba.
Wir hatten ein Auto gemietet, um jederzeit frei und schnell beweglich sein zu können. Bei der Stadtrundfahrt sahen wir viele Sehenswürdigkeiten und einige Lebensgewohnheiten der Hauptstädter. Wir besuchten den Stadtteil Entoto, auf knapp 3000 m Höhe, ein schon beeindruckender Berg mit riesigen Eukalyptusbäumen und machten eine Wanderung durch den Wald, was ein sehr anstrengendes Erlebnis war. Die Blicke in weite Landschaft mit Feldern und weiteren Bergketten entschädigte aber. Wir besuchten die Raguel-Kirche aus dem 18. Jahrhundert, welche mit Malereien zu Geschichten aus der Bibel verziert ist. Im Gelände gibt es auch noch Kirchen aus dem 13. Jahrhundert, die mit Hammer und Meisel in den Fels getrieben wurden.
Mittag wurde oft in einem der vielen kleinen traditionellen Restaurants in Addis mit landestypischen Speisen eingenommen. Wir konnten vieles kosten, allem voran »Injera«, ein leicht säuerliches Fladenbrot, das mit den Fingern gegessen wird und zu dem verschiedene Soßen, »Wots«, z.B. »Schiru« oder »Tibbes fifir« und frisch gepresster Saft (z.B. Mango) gereicht werden. Dazu gab es Lamm, Huhn, Kohl, Linsen und vieles mehr. Anfängern im äthiopischen Essen macht meist »Berbere« zu schaffen, eine sehr scharfe rote Gewürzmischung, mit der fast alle Speisen verfeinert werden. Hat man sich aber einmal daran gewöhnt, so wird man ihn nicht mehr missen wollen. Das Fladenbrot wird aus Teff, einer äthiopischen Getreidesorte, zubereitet. Teff beinhaltet mehr Calcium, Eisen, Zink und Kalium als irgendein anderes Getreidekorn. Es ist idial geeignet für Ausdauerathleten. Durch den hohen Eisen- und Kaliumgehalt wird die Ausbereitung von Anämie und Osteoporose nachhaltig gesenkt.
Begegnung mit Kindern der Dil Betigil-Schule
Diese ist die Partnerschule des Wasserhahn-Projektes, welches von mir ins Leben gerufen wurde.
Wir besichtigten die Schule, an der ca. 4000 Kinder lernen. Hier haben die Jugendlichen die Arbeit
des Projektes gezeigt bekommen. Sie haben den Sanitätsraum und die rekonstruierte
Halle gesehen, hatten Begegnungen mit Lehrern und Schülern.
Sie verteilten an die Kinder mitgebrachtes Schulmaterial, das deutsch-amharische Heft, »Lebenswelten«
und viele Spielsachen. Außerdem gab es gemeinsame Aktionen: es wurden zwei Klassenräume bemalt,
was vor der Reise geplant war.
In Äthiopien sind nur ca. 35 % der Kinder in einer Schule eingeschrieben. Es besteht keine Schulpflicht.
Kinder müssen auf der Straße arbeiten, um das magere Einkommen der Eltern aufzubessern
und das Überleben der Familie zu sichern.
Aktuelle Studien haben ergeben, dass allein in Addis Abeba 40.000 Straßenkinder leben. Hier ist die Situation
der Kinder besonders aussichtslos. Das war für die Jugendlichen die beeindruckendste Erfahrung.
Sie hätten gern allen helfen wollen.

Es gab Begegnungen und Einladungen zu den Jugendlichen von Hiwot Ethiopia nach Hause, sowie mit Menschen der Landbevölkerung.
Jugendbegegnung