Qusquam-Schule
Dil Betigil SchuleJerusalem Primary Public School(zum abspielen wird QuickTimePlayer benötigt)
Qusquam Taitu Bitul-Schule
In der modernen Gesellschaft entwickelt sich das städtische Leben sehr rasch. Seine Beliebtheit und Attraktivität würde auch Menelik II. gefallen und sein Herz erfreuen. Ein wesentliches Instrument, das zum Aufblühen der Städte beiträgt, ist die Vermittlung von Wissen und Bildung. Bereits Menelik II. hatte das richtig erkannt. Er forderte zur Überwindung alter, rückständiger Gewohnheiten auf und erließ ein Dekret, mit dem diese neue Entwicklung eingeleitet wurde.
In dem Dekret heißt es unter anderem:
„Von nun an und in Zukunft sollen alle Jungen und Mädchen ab einem Alter
von sechs Jahren eine Schule besuchen.“ Man sagt von Kaiser Menelik II.,
dass er infolge zahlreicher Kriege nicht dazu kam, selbst viele Schulen zu gründen.
Aber er erkannte den großen Nutzen von Bildung und hat den Widerstand und Streit der
Priesterschaft überwunden. Dafür, dass er die Schule, die jetzt seinen Namen trägt,
als Quelle von Wissen und Bildung begründet hat, gebührt ihm großer Dank.
Nachdem in der neuen Hauptstadt der Grundstein für moderne Bildung gelegt worden war,
entstanden auch in anderen äthiopischen Städten Schulen. Eine der ersten Schulen
in Addis Abeba war die Qusquam Taitu Bitul-Schule. Am Fuße des Entoto-Gebirges gelegen,
wurde sie im Jahre 1933 eröffnet. Schon 1932 hatten ein paar Enthusiasten eine kleine
Hütte und ein Zelt errichtet, um die Zeit bis zur Fertigstellung und Einrichtung des
Schulgebäudes zu nutzen. Damals war Blattengeta Sahle Tsedalu
Bildungsminister und wohnte ganz in der Nähe. Er hat das Gelände gekauft und darauf ein großes Haus mit
vier Räumen errichten lassen. 1933 wurde dann die Schule eröffnet. Zu Beginn gab
es vier Lehrer aus den Reihen des Klerus, die den Unterricht in moderner englischer
Sprache und Mathematik durchführten. Am Anfang waren es 34 Schüler, denen man Bücher,
Hefte und Stifte schenkte, um ihre Lernbereitschaft zu stärken und den Unterricht
erfolgreich durchführen zu können. Die Schüler wurden bis zur
4. Klasse von äthiopischen Lehrern unterrichtet und nach erfolgreichem Abschluss
an die Menelik II.-Schule überführt, um dort ihre Ausbildung fortzusetzen.
Der erste Direktor der Qusquam-Schule war der bekannte Gelehrte Melaku Begosau. Er schrieb selbst Theaterstücke, die von besonders begabten Schülern der Quskwam-Schule aufgeführt wurden. Seine Theaterstücke wurden sogar auf der Bühne der Menelik II-Schule aufgeführt. Wie noch heute lebende Zeitzeugen berichten, haben die Schüler damals sogar ein Theaterstück aufgeführt, das vom Überfall des faschistischen Italien auf Äthiopien handelte. Bis zu jenem Überfall im Jahre 1935 verlief der Schulbetrieb planmäßig, musste dann aber für fünf Jahre unterbrochen werden.
Nachdem die Italiener aus Äthiopien vertrieben waren, konnte die Schule 1941 den Schulbetrieb
wieder aufnehmen. Bis 1948 war der Direktor der Schule der Ge´ez-Gelehrte Aleqa Negash und
anschließend Herr Menkir Dereso. Danach übertrugen die Äthiopier die Leitung der Schule
dem Inder Dr. Gahaswala. Ihm gelang es, die Qualität der Ausbildung deutlich zu erhöhen.
Mit sehr guten Prüfungsergebnissen nach der 6. Klasse konnte so der gute Ruf der Schule begründet werden.
Nach Dr. Gahaswala waren wieder Äthiopier als Direktoren tätig, die mit ihrer engagierten
Arbeit den guten Ruf der Schule verteidigten. Die Zahl der Schüler stieg von Jahr zu Jahr,
auch die Anzahl der Lehrer und Angestellten nahm ständig zu.
Es wurden neue Klassenräume
gebaut und zahlreiche Lehrmaterialien angeschafft.
Nach der Revolution hat die Regierung dem weiteren Ausbau des Bildungswesens große Aufmerksamkeit geschenkt.
Die Qusquam-Schule hat bei der Verwirklichung ihres Bildungsauftrages
große Anstrengungen unternommen und dabei hervorragende Ergebnisse erzielt.
Aus heutiger Sicht sind die langjährigen Bemühungen und die großartigen Leistungen
der Qusqwam Taitu Bitul-Schule nicht hoch genug einzuschätzen. Seit ihrer Gründung
in jener kleinen Hütte im Jahre 1932 und dann von 1941 bis heute wurde hier wahrhaft Großartiges geleistet.
Eine große Anzahl von Schülern, die ihre ersten Schuljahre an der Kusquam Taitu Bitul-Schule
verbracht und später an Hochschulen im In- und Ausland ihre Ausbildung fortgesetzt und mit
Erfolg abgeschlossen haben, sind heute auf den verschiedensten Ebenen und Fachgebieten für
ihr Heimatland tätig, worauf die Schule sehr stolz sein kann.
Das heißt aber nicht, dass die Qusquam Taitu Bitul-Schule schon alles erreicht hat und dass
alle Aufgaben erfüllt wurden. Vielmehr ist festzustellen, dass die Schule zu denen gehört,
die in ihrer Entwicklung sogar zurückgeblieben sind. Was ist zu tun, um das zu ändern und
die Schule wieder voranzubringen? Was kann man von den ehemaligen Schülern der Schule erwarten,
die hier in hoher Zahl und guter Qualität ausgebildet worden sind? Wie könnte deren Unterstützung
aussehen und wie kann sie konkret verwirklicht werden?
Jetzt, da erneut ein Jubiläum der Kusqwam Taitu Bitul-Schule ansteht, besteht die Hoffnung,
dass alle ehemaligen Schüler, die in der Nähe leben oder aufgrund der großen Entfernung nicht
rechtzeitig zum Fest kommen können, konkrete Antworten und praktische Vorschläge zu den hier
genannten Fragen machen werden.